14.08.19

30 Jahre FRAU & BERUF

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Dominique Raddei (li.) hat durch Astrid Nielsen und Astrid Gruber von FRAU & BERUF eine neue berufliche Perspektive gefunden. (Foto: Kienitz/egeb)

Programm für weitere zwei Jahre gesichert / Hilfe auf dem Weg zu einer beruflichen Perspektive / Auch Berufsanfängerinnen lassen sich beraten

Itzehoe/Meldorf, 14.08.2019 – Dominique Raddei hatte ihre Ausbildung zur Restaurantfachkraft beendet und paukte bereits für die Meisterprüfung. Doch eine echte berufliche Zukunft ohne Schichtdienst und arbeitsreiche Wochenenden sah die alleinerziehende Mutter nicht. Astrid Nielsen von der Beratungsstelle Frau & Beruf eröffnete der heute 33-jährigen Glückstädterin weitere Perspektiven, was der Meistertitel mit sich bringen kann.

Nach einer Überarbeitung der Bewerbungsunterlagen und einigen Absagen fand die junge Mutter schließlich eine passende Anstellung. Mittlerweile ist sie beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) in Hamburg beschäftigt und dort unter anderem für die Sterne-Klassifizierung zuständig. „Die Beratung durch FRAU & BERUF war großartig. Dort wurde ich vor allem in meinem Vorhaben bestärkt, meinem Berufsleben eine neue Richtung zu geben“, berichtet Dominique Raddei, die jetzt viel mehr Zeit für ihre Tochter Mia (9) hat.

Seit mittlerweile 30 Jahren berät FRAU & BERUF Berufsrückkehrerinnen sowie erwerbstätige Frauen, die sich verändern wollen, und neuerdings sogar Schulabsolventinnen in der beruflichen (Neu-)Orientierung. „Während wir früher vor allem Frauen zwischen 30 und 40 beraten haben, die nach der Familienphase zurück in den Beruf wollten, kommen heute verstärkt auch Frauen jenseits der 50 zu uns, weil sie noch einmal durchstarten wollen. Die Frauen sind mutiger geworden“, berichtet Astrid Gruber, die die Beratungsstelle in Dithmarschen leitet.

Geändert hat sich nicht nur das deutlich gewachsene Selbstbewusstsein der Arbeitssuchenden, sondern das gesamte Umfeld: Die Kinderbetreuung ist den vergangenen Jahren deutlich verbessert worden, die Arbeitszeiten sind flexibler und der Arbeitsmarkt hat sich geändert. „Mittlerweile beraten wir häufig auch Frauen, deren Kinder unter drei Jahre alt sind. Das wäre aufgrund der schlechteren Kinderbetreuung vor einigen Jahren noch gar nicht möglich gewesen“, erläutert Astrid Nielsen, die FRAU & BERUF im Kreis Steinburg vertritt.

Wichtig sind die politischen Rahmenbedingungen auch für die Arbeit der Beratungsstellen. Daher hat das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium bereits jetzt eine Projektverlängerung für zwei Jahre in Aussicht gestellt und damit ein klares Signal für das Fortbestehen der Einrichtung in der neuen EU-Förderperiode bis zum Jahr 2027 gesetzt. „Damit kann die erfolgreiche Arbeit in der Region fortgesetzt werden und wir erhalten deutlich mehr Planungssicherheit“, erklärt Martina Hummel-Manzau, Geschäftsführerin der egeb: Wirtschaftsförderung, Trägergesellschaft von FRAU & BERUF in den Kreisen Dithmarschen und Steinburg.

Die Bedeutung der Arbeit zeigt sich nicht nur in den 265 intensiven Beratungen, die Astrid Nielsen und Astrid Gruber in verschiedenen Gemeinden und zuweilen auch vor Ort bei den Frauen durchführen. Die Erfolge sind auch darauf zurückzuführen, dass in Zeiten eines Arbeitskräftemangels die Frauen ver-stärkt in den Fokus des Marktes geraten sind. Die individuellen Chancen sind jedoch abhängig von der jeweiligen Branche.

In der Gesundheitswirtschaft, in pädagogischen Berufen oder in der Gastronomie gibt es kaum Probleme, in den Beruf einzusteigen oder zurückzukehren. Doch selbst in den kaufmännischen oder verwaltenden Berufen sind die Chancen wieder gestiegen. Hinzu kommen Frauen, die eine Marktnische gefunden haben und sich selbständig machen wollen. Sie finden ebenfalls bei FRAU & BERUF kompetente Ansprechpartnerinnen, die ihnen helfen, die nächsten Schritte einzuleiten.