28.06.19

Heavy Metal - nicht nur in Wacken; ISR-Recycling gibt einen Einblick

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Auch ein Boot aus Stahl kann von der 1000 Tonnen Schrottschere in handhabbare Einzelblöcke zerteilt werden. (Foto: egeb)

egeb Forum Logistik bei ISR-Recycling GmbH & Co. KG / Transporte auf der Stör: eine besondere Herausforderung

Itzehoe, 28.06.2019 – Fast 200 Tonnen Schrott und andere Abfälle unterschiedlichster Art werden pro Tag am Standort verarbeitet und dem Wirtschaftskreislauf erneut als Rohstoff zugeführt. Die Anlieferung erfolgt per Spedition, durch die Kunden selbst oder der eigene Fuhrpark mit über 25 LKW wird eingesetzt, um das Recyclingmaterial zur Aufbereitung abzuholen. „Herzstück der Verarbeitung in Itzehoe ist eine 1000 Tonnen Schrottschere. Sie schneidet und chargiert in wenigen Minuten zum Beispiel ein Stahlboot oder einen Stahlträger in handhabbare Einzelblöcke, die dann in einen Hochofen im Stahlwerk oder einen Tiegel in einer Gießerei passen“, informiert Jörg Lassen, Betriebsleiter bei ISR-Recycling GmbH & Co. KG, die Teilnehmer des Forums Logistik der egeb: Wirtschaftsförderung beim Rundgang durch den Betrieb.

Begriffe wie Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit stehen nicht erst seit den jüngsten öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten von „Fridays for Future“ im Mittelpunkt der Aktivitäten des norddeutschen Recyclingunternehmens. So wurde bereits vor einigen Jahren am Standort Lübeck - dort arbeitet ein Großshredder mit einer Leistung von 3.000 PS - ein hochmodernes Sortiersystem mit Unter-stützung des Landes Schleswig-Holstein in Betrieb genommen, das in dieser Art in Deutschland einmalig war: Ein Walzen-Hammer-System zerkleinert Material, das aus verschiedenen Komponenten besteht, in handliche Stücke, aus denen dann mittels verschiedener Verfahren durch den Einsatz von Magneten und Wirbelstromabscheidern Metalle heraussortiert werden. In einem letzten Arbeitsgang werden im Bruchteil von Sekunden durch dosierte Druckluft weitere Stoffe voneinander getrennt. „Das führt dazu, dass aus früheren zu deponierenden Abfällen mittlerweile bis zu 70 Prozent erneut dem Wirtschaftskreislauf zugeführt werden können,“ veranschaulicht Jörg Lassen die technologischen Entwicklungen im Recyclingsektor.

Der Transport der verwertbaren Metalle erfolgt klassisch über die Straße aber zunehmend auch per Schiff über die Stör bis zu den Hochöfen deutscher Stahlwerke. Eine Schiffsladung Schrott aus Itzehoe bedeuten über 50 LKW weniger auf den Straßen. Am Standort Hamburg können fünfmal mehr, also bis zu 5000 Tonnen Schrott in Stahlwerksqualität in ein Schiff verladen werden. Doch die fortschreitende Verschlickung der Bundeswasserstraße Stör stellt ein zunehmendes Problem für diese umweltfreundlichste Transportvariante dar. „Bei Niedrigwasser muss der Ladevorgang teilweise unterbrochen werden; hier wünschen wir uns Unterstützung von den zuständigen Behörden, damit auch in Zukunft diese Wasserstraße von den am Hafen ansässigen Betrieben im Interesse einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung genutzt werden kann,“ formuliert der Betriebsleiter mit Blick über den Rand seines Hauses.

Die Ursprünge der Firma reichen bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurück, 1996 wurde die ISR vom heutigen geschäftsführenden Gesellschafter übernommen und seither stetig ausgebaut. Mittlerweile zehn Standorte in Deutschland – unter anderem in Berlin - mit mehr als 180 Mitarbeitern werden aus der Zentrale in Itzehoe gelenkt. Die ISR-Recycling GmbH & Co. KG steht heute für eine umweltgerechte Aufbereitung und Entsorgung von Altmetallen, Altholz, Altpapier und Elektro-Schrott. Auch Demontagen von Industrie- und Windkraftanlagen gehören ins Portfolio der ISR Unternehmensgruppe.

Die Veranstaltung ist, wie egeb-Logistikexperte Roy Kühnast in seiner Begrüßung hinwies, erneut gemeinsam von der egeb: Wirtschaftsförderung und der Logistik Initiative Schleswig-Holstein organisiert worden. Mit mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Veranstaltung ausgebucht.