01.02.19

Pflege der Patienten – und der Mitarbeiter

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdieck (li.) im Gespräch mit dem Geschäftsführer des Pflegeservice Albersdorf, Ulf Schulze. (Foto: Kienitz/egeb)

Landrat Stefan Mohrdieck besucht Pflegeservice Albersdorf / Kinderhort als wichtiges Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb um Fachkräfte

Albersdorf, 01.02.2019 – Wenn die quicklebendige Malea im Arm ihrer Betreuerin Gabriele Repczuk hingebungsvoll spielt, scheint es kaum möglich, dass das fast dreijährige Mädchen viel zu früh und viel zu klein geboren wurde. Allerdings gibt es da noch den Schlauch, der ihre Luftröhre mit einem Beatmungsgerät verbindet und darauf hinweist, dass Malea rund um die Uhr versorgt und gepflegt werden muss. Möglich ist das in einer nahezu häuslichen Umgebung, die vom Pflegeservice Albersdorf angeboten wird. Neben ambulanter Pflege bietet die Einrichtung auch Intensivpflege beim Patienten zu Hause oder in einer eigenen Wohngemeinschaft vor Ort an.

„Wir haben viele Anfragen aus ganz Schleswig-Holstein und darüber hinaus. Doch mehr Intensivpflege können wir schon deshalb nicht anbieten, da uns die Fachkräfte fehlen“, erläuterte der Geschäftsführer des Pflegeservice, Ulf Schulze, beim Besuch von Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdieck. Jörg Peter Neumann und André Mewes von der egeb: Wirtschaftsförderung hatten den Unternehmensbesuch organisiert und begleiteten den Landrat nach Albersdorf.

Ein wichtiges Thema war dementsprechend der Wettbewerb um die begehrten Fachkräfte. Der Pflegeservice hat dazu mittlerweile einen Kinderhort aufgebaut, der in den Räumlichkeiten des früheren Soldatenheims einige Kinder der Pflegekräfte betreut, die gerade im Dienst sind. Zwei Tagesmütter kümmern sich dabei um jeweils maximal fünf Kinder. Vertreten dürfen sie sich gegenseitig jedoch nicht, nicht einmal stundenweise. Wie bei einer Tagesmutter zu Hause muss es getrennte Räume und sogar getrennte Küchen geben, obwohl die Räumlichkeiten vor Ort sehr großzügig bemessen sind. „Dieses kostenfreie Angebot ist ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Doch wir würden uns wünschen, wenn uns die Aufsichtsbehörden erlauben würden, einige Kinder im Ausnahmefall in einer Gruppe zu betreuen, ohne gleich eine Kindertagesstätte gründen zu müssen“, erklärte Ulf Schulze. Auch eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte würde er sich wünschen, er müsse sich jedoch an den mit den Pflegekassen vereinbarten Sätzen orientieren.

Unterdessen wächst der Bedarf an ambulanter Pflege schon aufgrund der demografischen Entwicklung stetig an. Das lässt sich auch der Firmengeschichte des Pflegeservice Albersdorf ablesen, der vor etwa 20 Jahren mit einem Patienten als ambulanter Pflegedienst gegründet wurde. Mittlerweile hat Ulf Schulze etwa 150 Mitarbeiter, die 180 ambulante Patienten, bis zu fünf Palliativpatienten und zehn Intensivpatienten in der Häuslichkeit betreut. Auch Kinder wie Malea können von den speziell ausgebildeten Fachkräften gepflegt werden. Neun Wohneinheiten sind zudem für intensivpflichtige Patienten ähnlich wie bei einer Wohngemeinschaft errichtet worden und seitdem nahezu ununterbrochen belegt.

Landrat Mohrdieck zeigte sich beeindruckt vom komplexen Angebot: „Hier wird deutlich, wie sehr sich die Pflegelandschaft gerade verändert und welche Bedeutung die Gewinnung von Fachkräften für den Pflegebereich auch und besonders für Dithmarschen hat.“