16.11.18

Exkursion: Spaten für die Queen

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Sven Baack mit einem Rohling, aus dem einmal ein Spaten werden soll. Im Hintergrund arbeitet Klaus Schmidt am „Hammer“ der das glühende Stück Stahl flach hämmert. (Foto: Kienitz/egeb)

Hochwertige Baack Spaten aus Hohenlockstedt werden auch in europäische Länder exportiert

Hohenlockstedt, 16.11.2018 - In schneller Folge saust der Lufthammer auf den Amboss nieder. Hochkonzentriert hält Klaus Schmidt mit der Zange ein glühendes Stück Stahl darunter, bis es immer breiter und länger wird. Präzision ist bei dieser Handarbeit alles. Die Dicke, die Breite und die Form müssen stimmen. In mehreren Arbeitsgängen entsteht so ein Spaten, geschmiedet aus nur einem einzigen Stück Stahl und damit nahezu unverwüstlich. Das ist das Markenzeichen von Baack Spaten in Hohenlockstedt. „Wir setzen bereits in der fünften Generation auf höchste Qualität, die vor allem von Profis geschätzt wird, mittlerweile aber auch bei passionierten Hobbygärtnern hoch im Kurs steht“, erläuterte Inhaber Sven Baack bei der jüngsten Exkursion der egeb: Wirtschaftsförderung.

Zu den Kunden gehören unter anderem Garten- und Landschaftsbaubetriebe in ganz Europa, darunter auch ein Unternehmen, das für die Pflege der königlichen Gärten in England verantwortlich ist. Gerade im professionellen Bereich reichen die aus Stahlblech gefertigten Gartengeräte, die leichter verbiegen oder gar brechen, nicht aus. Sie müssen vielmehr langlebig, möglichst selbstschärfend und passend für den jeweiligen Zweck sein. Baack Spaten, die konisch beziehungsweise in Keilform geschmiedet werden, sind zudem bis zu 50 Prozent dünner als handelsübliche Amateurspaten. Damit lassen sie sich mit weniger Kraftaufwand in die Erde stechen.

In Handarbeit entstehen in Hohenlockstedt monatlich bis zu 1600 Spaten in verschiedenen Variationen, die dann über den Handel vertrieben werden. Doch das Geschäft ist zumindest teilweise an die Gartensaison gebunden. Daher produziert das Unternehmen mit neun Mitarbeitern auch andere Geräte. Außerdem hat Sven Baack 2012 die „Holsteinpfanne“ ins Programm genommen, eine geschmiedete Bratpfanne, die in kleiner Stückzahl hergestellt und vertrieben wird.

Gegründet wurde das Unternehmen 1878 in Oelixdorf mit dem Erwerb der ansässigen Huf- und Wagenschmiede. Aber bereits 1883 wurden die ersten Spaten an die damalige Lägerdorfer Zementfabrik ausgeliefert. Das Nachfolgeunternehmen zählt noch heute zu den Kunden. 1895 stellte der damalige Firmenchef auf Dampfhammer um und 1946 erfolgte die Elektrifizierung. Der damals teilweise mit Speck und Kartoffeln bezahlte Hammer ist heute noch in Betrieb. Da die alte Betriebsstätte in Oelixdorf zu klein wurde, erfolgte 1979 der Umzug ins zehn Kilometer entfernte Hohenlockstedt. Der jetzige Inhaber stieß 2008 zum Unternehmen und wurde 2012 Geschäftsführer.

Der Besuch fand im Rahmen der zunehmend beliebten egeb-Veranstaltungsreihe „Hidden Champions“ statt, die regelmäßig zu regionalen Unternehmen führen, die in ihrem Wirtschaftssegment zu den Marktführern zählen. Darauf wies Wirtschaftsförderer Christian Holst zu Beginn der Exkursion hin. Organisiert worden war die gut besuchte Veranstaltung von Britta Gerckens.

Die egeb: Wirtschaftsförderung Die egeb: Wirtschaftsförderung wird zu gleichen Anteilen von den Kreisen Dithmarschen und Steinburg sowie der Stadt Brunsbüttel getragen. Zu den Aufgaben der egeb gehören alle innovativen Tätigkeiten, die sich mit der Förderung der regionalen Wirtschaft im weitesten Sinne befassen, angefangen bei der Planung und Förderung von Neuansiedlungen bis zur Geschäftsführung von Unternehmen der öffentlichen Hand.