30.10.18

Von Fördermaßnahmen und stillen Beteiligungen

Kategorie: Nachrichten, Termine

egeb-Forum in Itzehoe über Zuschüsse für Selbstständige und Unternehmen

Nach den interessanten Referaten beantworteten Susann Dreßler (links) und Eike Schurbohm sowie Christian Holst Fragen aus dem Publikum. (Foto: Kienitz/egeb)

egeb-Forum in Itzehoe über Zuschüsse für Selbstständige und Unternehmen

Itzehoe, 29.10.2018 – „Der schönste Zuschuss nützt nichts, wenn die Gesamtfinanzierung nicht steht.“ Mit diesem Satz brachte Susann Dreßler von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) die grundsätzliche Herausforderung bei Fördermaßnahmen auf den Punkt. In der Regel werden nämlich Investitionen von Unternehmen nur unter bestimmten Voraussetzungen gefördert – und auch dann nie zu hundert Prozent. Wer sich also einen Pfad durch den deutschen Förderdschungel schlagen möchte, ist auf Beratung angewiesen. Das wurde beim jüngsten Wirtschaftsforum der egeb: Wirtschaftsförderung in Itzehoe deutlich.

Gerade bei Jungunternehmern und Existenzgründern sind es Lücken im Eigenkapital, die ein Wachstum verhindern. In diesen Fällen können Programme der MBG Mittelständische Beteiligungs GmbH Schleswig-Holstein greifen. Die MBG ist ein Finanzierungspartner, der mit seinem Beteiligungskapital das Eigenkapital der Unternehmen stärkt.

„Wir können Beteiligungskapital in Form von typisch stillen Beteiligungen und offenen Beteiligungen (max. 25 % des Stammkapitals) von 10.000 EURO bis 2,5 Mio. EURO und teilweise auch darüber, bereitstellen. Bei stillen Beteiligungen beträgt die Laufzeit 10 Jahre, eine Rückzahlung ist ab dem 5. Jahr ratierlich vereinbar“, so berichtet MBG-Beraterin Eike Schurbohm. Die Vorteile solcher Beteiligungen liegen vor allem darin, die Eigenkapitalquote und damit das Ranking der Banken zu erhöhen.

Aus der Vielfalt der Förderprogramme hatte sich zuvor Susann Dreßler unter anderem die Einzelbetriebliche Investitionsförderung des Landes Schleswig-Holstein herausgesucht und eingehend erläutert. Dabei werden Investitionen ab 250 000 Euro gefördert, um sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu schaffen oder zu sichern. Gefördert werden zum Beispiel Bauten oder auch Anlagen, die der Digitalisierung des Betriebs dienen. Weitere Förderbeispiele waren diverse Programme, die im Zusammenhang mit Energieeffizienz, Innovationen oder der Personalentwicklung stehen.

Zum Thema Weiterbildungsbonus erläuterte Fachkräfteberater Jürgen Hansen von der egeb, ergänzend zum Vortrag, dass bei entsprechenden Vorhaben 50 Prozent einer mindestens zweitägigen Weiterbildung bezuschusst würden. Das könne zum Beispiel den Erwerb eines Führerscheins einschließen. Auch Freiberufler und Inhaber eines Kleistbetriebes selbst können von diesen Zuschüssen profitieren.

Zuvor hatte egeb-Wirtschaftsförderer Christian Holst in seiner Begrüßung auf eine Statistik hingewiesen. Demzufolge rangiert Schleswig-Holstein bei den Investitionen zur Erweiterung der betrieblichen Kapazitäten unter allen Flächen-Bundesländern an letzter Stelle. „Es wäre schön, wenn wir in diesem Bereich bald die ‚rote Laterne‘ abgeben könnten“, erklärte Holst.