23.10.18

Hybrid-Techniken – die Zukunft des Bauens

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Tillmann Schütt, Geschäftsführer der Gebr. Schütt KG in Landscheide-Flethsee beschrieb, wie die Bautätigkeiten der Zukunft aussehen können. (Foto: Kienitz/egeb)

egeb-Forum Logistik beim Bauunternehmen Gebr. Schütt KG in Landscheide-Flethsee / Digitalisierung als besondere Herausforderung

Landscheide-Flethsee, 23.10.2018 – Nur Stein auf Stein oder reine Beton-bauten – diese Zeiten sind auch beim gewerblichen Bau vorbei. Auf dem Vormarsch sind stattdessen Hybridbauten, bei denen verschiedene Bauweisen neu und intelligent kombiniert werden. Deutlich wird das an einem Beispiel, das Tillmann Schütt beim jüngsten Logistik-Forum der egeb: Wirtschaftsförderung in Landscheide-Flethsee vorstellte. „Wir errichten zurzeit ein neues Studentenwohnheim mit 155 Appartements in Kiel. Die Treppenhäuser sind aus Beton, während die Wände aus Holzkonstruktionen bestehen, die wir hier im Werk weitgehend vorproduzieren. Damit können wir die Bauzeit vor Ort erheblich verkürzen“, berichtet der Geschäftsführer der Gebr. Schütt KG.

Die neuen Bauformen bringen jedoch auch logistische Herausforderungen mit sich. Alle Materialien und Bauteile müssen zum richtigen Zeitpunkt im Betrieb und später dann auf der Baustelle bereitstehen. „Dabei kommt der Planung eine deutlich gestiegene Bedeutung zu. Die Zeit, die wir da zusätzlich benötigen, wird jedoch durch die kürzeren Bauzeiten vor Ort mehr als ausgeglichen“, erläuterte Diplomingenieur Schütt den 40 Gästen aus den Kreisen Steinburg und Dithmarschen. Das 1889 gegründete Bauunternehmen direkt am Bahnhof St. Margarethen hat sich vor allem auf den Holzbau für Gewerbekunden spezialisiert. Viele industriell oder landwirtschaftlich genutzte Hallen, aber auch mehrstöckige Wohnanlagen in Norddeutschland und Dänemark werden in Landscheide-Flethsee entworfen und vor Ort von den Bautrupps des Unternehmens errichtet. Insgesamt beschäftigt die Gebr. Schütt KG mehr als 190 Mitarbeiter verschiedener Berufe, darunter auch das Team des gut ausgelasteten Ingenieurbüros.

In mehreren großen Hallen werden für eigene Bauprojekte oder auch im Auftrag geklebte Brettschichtholzträger bis zu 43 Meter Länge produziert, die dann zum Beispiel als tragende Konstruktionen bei Hallendächern zum Einsatz kommen. Der Transport dieser überdimensionalen Gebäudeteile wird von spezialisierten Logistikunternehmen erledigt und bedarf ebenfalls einer detaillierten Planung.

Über einen Mangel an Aufträgen können sich Tillmann Schütt und sein Team nicht beklagen. Der Bedarf an Holzkonstruktionen hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Hinzu kommt die steigende, von vielen Bauherren gewünschte hohe Energieeffizienz. „Die Themen Ökologie und Nachhaltigkeit kommen auch beim Bauen immer mehr zum Tragen“, berichtet Schütt und nennt noch einen Vorteil von Holzbauten: Aufgrund des geringen Gewichts dieses nachwachsenden Baustoffs, lassen sich auch innerhalb von Städten viele Gebäude leichter aufstocken.

Als besondere Herausforderung der Zukunft sieht der Geschäftsführer die Digitalisierung der Branche. Das betreffe beispielsweise die gesamte Materialwirtschaft, aber auch die Zusammenarbeit verschiedener Planungspartner. Ziel müsse es sein, mit vordefinierten baugleichen Elementen individuelle Gebäude zu errichten.

Die Veranstaltung in dem modernen Ausbildungsbetrieb war gemeinsam von der egeb: Wirtschaftsförderung und der Logistik Initiative Schleswig-Holstein organisiert worden. Darauf wies egeb-Logistikexperte Roy Kühnast hin, der die abschließende Fragerunde moderierte.