11.07.18

Unterelbe – auf dem Weg zu einer einheitlichen Wirtschaftsregion

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Industriegebiet Brunsbüttel an der Unterelbe. (Foto: egeb)

Vertreter aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen arbeiten in der „Kooperation Unterelbe“ eng zusammen / Industrielle Abwärme soll besser genutzt werden / Standortkatalog für Windenergie und Windwasserstoff soll erstellt werden

Brunsbüttel, 11.07.2018 – Die Wirtschaftsregion Unterelbe soll stärker zusammenwachsen. Vertreter der Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie der Industrie- und Handelskammern haben dazu mehrere konkrete Projekte geplant, die sich mit den Themen Abwärme, Windenergie, Windenergiewasserstoff und chemischer Industrie befassen. „Gegenüber vergleichbaren Regionen auf der ganzen Welt müssen wir uns großformatiger aufstellen, um auch im wirtschaftlichen Wettbewerb der Zukunft bestehen zu können. Die Grenzen der Bundesländer zählen da nicht mehr“, begründete Martina Hummel Manzau, Geschäftsführerin der egeb: Wirtschaftsförderung das Engagement der beteiligten Institutionen.

Die 2012 gegründete „Kooperation Unterelbe“, die jetzt in eine zweite Phase der Projektentwicklung und Umsetzung geht, umfasst die Stadt Hamburg, die schleswig-holsteinischen Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen sowie auf niedersächsischer Seite die Landkreise Stade und Cuxhaven. Um die Zusammenarbeit zu regeln, wurde eine Geschäftsordnung entworfen, die die Umsetzung des zuvor erarbeiteten „Leitbildes für den Wirtschaftsraum Unterelbe 2030“ zum Ziel hat. Bei einem Arbeitstreffen in Brunsbüttel wurden insgesamt vier Projekte ins Visier genommen, die in den kommenden Monaten realisiert werden sollen.

In den Fokus geraten dabei die zahlreichen energieintensiven Betriebe entlang der Elbe. Über die Bundesländer hinweg sollen zunächst die industrieellen Abwärmepotenziale erhoben, katalogisiert und letztendlich auch nachhaltig genutzt werden. Nachdem bereits ein „Standortatlas Chemie“ verfasst wurde, soll ein weiterer Standortkatalog für den Bereich Windenergie/Windwasserstoff erstellt werden. Auch dabei sollen mittel- bis langfristig Formen der Kooperation geprüft und Synergieeffekte genutzt werden.

Um auch abseits dieser Themenfelder die Zusammenarbeit auf beiden Seiten der Elbe zu festigen und Vertreter von Unternehmen an einen Tisch zu bekommen, ist eine Reihe von Veranstaltungen geplant. Dazu zählt zum Beispiel ein regelmäßiger „Industrie-Talk Unterelbe“ in den Betrieben. Ein erster Termin ist für März 2019 vorgesehen. Darüber hinaus soll zu einem Business-Speed-Dating eingeladen werden. Die Teilnehmer suchen dabei ganz gezielt nach persönlichen Geschäftskontakten zu anderen Unternehmern, um eine weitergehende Zusammenarbeit auszuloten.

„Um weitere Projektideen zu entwickeln, die die Wirtschaftsregion weiter nach vorne bringen, werden wir weitere Kooperationspartner mit ins Boot holen. Dazu werden wir in den kommenden Wochen ganz gezielt potenzielle Partner ansprechen“, berichtete Volker Jahnke, Sprecher der Kooperation Unterelbe.

Die Kooperation Unterelbe hatte 2014 noch einmal einen weiteren Anschub bekommen, als sie in das „Leitprojekt Unterelbe“ der Metropolregion Hamburg überführt wurde. Zwei Jahre später wurde dann das „Leitbild 2030“ unterzeichnet, das Visionen und konkrete Projekte für die künftige Entwicklung entlang der Lebensader Elbe zum Ziel hatte.

Unterelberegion Die Unterelberegion von Hamburg bis zur Elbmündung, ein Abschnitt von rund 120 Kilometern, stellt die Zufahrt zum Hamburger Hafen dar und gewährt am nördlichen Ufer der Elbmündung den Zugang zum Nord-Ostsee-Kanal. Mit knapp 1,2 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und einem Bruttoinlandsprodukt von 130 Milliarden Euro bildet die Unterelberegion ein wirtschaftliches Kraftzentrum Norddeutschlands. Sie umfasst die Stadt Hamburg, die schleswig-holsteinischen Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen sowie auf niedersächsischer Seite die Landkreise Stade und Cuxhaven.

Kooperation Unterelbe – Mitglieder egeb: Wirtschaftsförderung (Dithmarschen und Steinburg), HIW Hamburg Invest Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Industrie- und Handelskammer Stade für den Elbe-Weser-Raum, Handelskammer Hamburg, Projektentwicklung Stade GmbH & Co. KG, Industrie- und Handelskammer zu Flensburg, Industrie- und Handelskammer zu Kiel.

Weitere Informationen über die Kooperation unter www.unterelbe.de.