10.07.18

Mit der „Sara Maatje IV“ zu Deutschlands größtem Ölfeld

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Vorschriftsmäßig ausgerüstet und gekleidet auf der Mittelplate (v. li.): egeb-Geschäftsführerin Martina Hummel-Manzau, egeb-Logistikexperte Roy Kühnast, Meldorfs Bürgermeisterin Anke Cornelius-Heide, Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdieck, DEA Betriebsleiter Wolfgang Faist, Dennis Behrens und Marcel Müller von der CMA sowie Stefan Schüning, Prokurist des Centrums für Angewandte Technologien. (Foto: egeb)

„Landrat vor Ort“ – Stefan Mohrdieck zu Besuch auf der Mittelplate / egeb: Wirtschaftsförderung und Meldorfer CAT organisieren Exkursion der besonderen Art

Friedrichskoog/Cuxhaven, 10.07.2018 – Einen Umweg der besonderen Art musste Landrat Stefan Mohrdieck nehmen, um über Cuxhaven schließlich zu Dithmarschens westlichstem Außenposten zu gelangen. Mit der „Sara Maatje IV“ erreichte er bei leichtem Nebel und ruhiger See die Mittelplate und zeigte sich beeindruckt. „Seit mehr als 30 Jahren wird hier im National-park Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer mit Hochleistungstechnologie und unter strengsten Sicherheitsauflagen Erdöl gefördert. Ich konnte mich insbesondere davon überzeugen, wie verantwortungsvoll die Betreiber mit dem Thema Umweltschutz umgehen,“ erklärte Mohrdieck nach einer mehrstündigen Führung, auf der er von Meldorfs Bürgermeisterin Anke Cornelius-Heide, Martina Hummel-Manzau, Geschäftsführerin der egeb: Wirtschafts-förderung, und weiteren Mitarbeitern der egeb, des Centrums für Angewandte Technologien (CAT) sowie der CM-Automation GmbH begleitet wurde.

Bereits seit Herbst 1987 wird Deutschlands größtes und förderstärkstes Öl-feld von der künstlichen Insel vor Friedrichskoog aus erschlossen. Betriebs-leiter Wolfgang Faist und Betriebsführer Martin Buttchereit von der DEA Deutsche Erdoel AG berichteten, dass von den ursprünglich 100 Millionen Tonnen Erdöl etwa 30 Millionen gefördert worden seien. Weitere 20 bis 25 Millionen Tonnen gelten noch als gewinnbar. Damit könne das bedeutende Ölvorkommen vor der Nordseeküste auch in den kommenden Jahren noch einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung in Deutschland leisten.

Interessiert waren die Exkursionsteilnehmer auch an den wirtschaftlichen Kennzahlen. „Wir haben mit der Mittelplate einen der bedeutendsten Arbeit-geber in der Region. Immerhin hängen etwa 1.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Ölförderung vor Dithmarschens Küste ab“, erläuterte Martina Hummel-Manzau. Ein Teil dieser Arbeitsplätze befindet sich auf der Bohrinsel. Um die Förderplattform zu versorgen und die Crew zu befördern, legt die „Sara Maatje IV“ zweimal täglich in Cuxhaven ab. Außerhalb der Schichten leben die Mitarbeiter auf der Förderinsel in gut ausgestatteten Wohndecks.

Von besonderer Bedeutung ist der Umweltschutz und damit der Schutz des Schleswig-Holsteinischen Wattenmeers, das seit 1985 als Nationalpark de-klariert ist. Die Anlage befindet sich in der Schutzzone 2, die nur bestimmte Nutzungen zulässt. Dazu sei ein bislang einzigartiges Umweltschutzkonzept mit sehr hohen Sicherheitsstandards erstellt worden. Es sorge dafür, dass die Mittelplate den besonderen Bedingungen des ökologisch sensiblen Fördergebiets gerecht werde, so Wolfgang Faist und Martin Buttchereit.

Die Gegebenheiten haben zu einem innovativen Bohrkonzept geführt, das zum einen sehr sicher ist und zum anderen die Fördergeschwindigkeit erhöht hat. Eine elektrisch betriebene, emissionsfreie Bohranlage, die über eine Gesamtleistung von 10.000 PS verfügt, ermöglicht verzweigte Bohrungen bis zu 8.000 Meter Länge. Ergänzt wird die Anlage auf der Bohrinsel durch die Landstation Dieksand. Von dort aus werden die Bohrungen sehr weit über eine Länge von bis zu 9.275 Meter abgelenkt.

Weitere Informationen: www.mittelplate.de