12.06.18

B5-Ausbau – eine logistische Meisterleistung

Kategorie: Nachrichten, Archiv

In zwei Schichten sind die Transportfahrzeuge im Einsatz, um die Baustelle mit Material zu versorgen. (Foto: Kienitz/egeb)

Arbeiten im Zeit- und Kostenplan / Abschnitt wird am 27. Juli wieder freigegeben

Heiligenstedten/Itzehoe/Brunsbüttel, 12.06.2018 – Wenn am 27. Juli die Vollsperrung des Bundesstraße 5 zwischen Heiligenstedten und Bekmünde auf etwa 3,5 Kilometer unweit der schleswig-holsteinischen Kreisstadt Itzehoe wieder aufgehoben wird, haben Planer und ausführende Unternehmen eine logistische Meisterleistung vollbracht. „Wir haben es hier mit einem schwierigen Gelände mit Absackungen und tiefliegenden Wiesengebieten zu tun. Da mussten alle Arbeitsgänge minutiös geplant und Materialien herangeschafft werden, die vor Ort nicht zu bekommen sind“, beschreibt Roy Kühnast, Logistik-Experte der egeb: Wirtschaftsförderung, die Herausforderung. Die B5 durchquert zwischen der Hafenstadt Brunsbüttel und Itzehoe eine der niedrigstgelegen Stellen von Deutschland.

Zurzeit wird das Dämmmaterial herangeschafft, das aus den umliegenden Kiesgruben stammt. Teilweise können zum Masseausgleich auch die vorhandenen Böden genutzt werden, sofern ihre Beschaffenheit geeignet ist. Neben Schleppern, Raupen und Walzenzügen sind auch Wasserwagen ständig beim Einbau im Einsatz. Sie gehen angesichts der Hitze und der Trockenheit gegen die enorme Staubentwicklung vor.

Täglich wird mittlerweile in bis zu 120 Touren pro Tag Tragschichtmaterial aus Brunsbüttel herangeschafft. Daraus ergibt sich eine Menge von bis zu 3000 Tonnen, die jeden Tag bewegt werden müssen. „Wir setzen dazu Fuhrunternehmen aus der unmittelbaren Umgebung ein“, erläutert Projektlei-ter Gunnar Wellmer vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein. Die etwa 30 Zentimeter dicke Schotterschicht soll eine erneute Absenkung der Fahrbahn weitgehend verhindern.

Anfang Juli kommen dann die Asphaltbauer zum Zuge, die in geplanten zehn Tagen die Asphaltierung der Trasse unter Hochdruck fertigstellen müs-sen, bevor die Abfahrt Dammfleth gebaut werden kann. Dort müssen die Zufahrten an die dreispurige Streckenführung angepasst werden. Gunnar Wellmer ist zuversichtlich, dass die in den Planungen vorgesehenen Zeitab-läufe und auch das eingehalten werden kann.

Bereits im Vorwege der Bauarbeiten waren die Bevölkerung, besonders aber die Logistiker mehrfach über die ungewöhnlich schwierigen Arbeiten und die Vollsperrung einer der Hauptverkehrsadern im Westen Schleswig-Holsteins detailliert informiert worden. Der Baugrund ist wenig tragfähig und erforderte daher umfangreiche Vorbereitungen. Unter anderem müssen die Regen-wasserinfrastruktur in dem Abschnitt komplett erneuert, sowie Rastplätze abgebaut und renaturiert werden.

Zur Vollsperrung der B5 gab es keine Alternative. Schon wegen der Länge des Abschnitts und auch aufgrund der Sicherheitsbestimmungen muss die Straße für die Zeit, die die beauftragte Firma Depenbrock Bau benötigt, komplett gesperrt werden. Das bringt erhebliche Belastungen für die umlie-genden Gemeinden und für die Speditionen mit sich, die jedoch Ende Juli ein Ende haben werden.

Der Abschnitt reiht sich in die Gesamtmaßnahme des dreispurigen B5-Ausbaus ein, der den Bund insgesamt 27 Millionen Euro kosten wird und langfristig zu einer deutlichen Verbesserung der Infrastruktur beitragen soll. Insgesamt sollen alle Bauarbeiten bis 2021 beendet sein. Mit Abschluss der jetzigen Arbeiten beginnen daher auch schon die Vorbereitungen für den nächsten Bauabschnitt.