02.05.18

Wie Schleswig-Holstein zur Top-Energieregion in Europa wird

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Im Besucherzentrum des Kernkraftwerks Brunsbüttel stellte Stefan Sievers die Szenarien für ein echtes „Energieland Schleswig-Holstein“ vor. (Foto: Kienitz/egeb)

egeb-Forum in Brunsbüttel gewährt einen Blick in das Jahr 2042 / Studie der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz vorgestellt

Brunsbüttel, 02.05.2018 – Schleswig-Holstein als zentrales Windkraft- und Energie-Transitland in Europa, Energiepolitik zwischen Planwirtschaft und freiem Markt, Windkraft als Rückgrat der europäischen Energieversorgung – wenn es nach den fiktiven Szenarien der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EKSH) geht, steht das nördlichste deut-sche Bundesland vor einer goldenen Zukunft. „Ganz sicher wird nicht alles so eintreffen, wie wir es in der Studie beschreiben, aber viele Ideen sind fun-diert und geben zumindest Denkanstöße für eine Diskussion“, erläuterte EKSH-Geschäftsführer Stefan Sievers auf dem jüngsten, sehr gut besuchten Energieforum der egeb: Wirtschaftsförderung im Besucherzentrum des Kernkraftwerks Brunsbüttel.

Neben einigen durchaus eingängigen Zukunftsideen verblüffte Sievers die Zuhörer mit der These, dass es im Jahr 2042 möglicherweise weitere Strompreiszonen nach schwedischem Vorbild geben werde. Der Norden könnte sich über geringere Erzeugungskosten als im Süden Deutschlands freuen, da dort der Umbau von Anlagenparks und Stromnetzen im Zuge der Energiewende viel Zeit benötigt. Dadurch würden in diesen Bundesländern auch mehr energieintensive Betriebe angesiedelt werden. Soweit zumindest das Szenario.

Weitere Impressionen aus der Zukunft betreffen Gemeinden, die energetisch weitestgehend autark sein könnten, und einen möglichen Tourismusboom in Schleswig-Holstein. Ein anderes Szenario betrifft die Landwirtschaft. Anstelle von Monokulturen auf den Feldern könnte es mehrstöckige Indoor-Farmen geben, also eine Form industrieller Nahrungsmittelprodukti-on, die vor allem vom großen Energieangebot profitiert. Und dort, wo noch Felder bestellt werden, geschieht dies weitgehend automatisiert.

„Im Gegensatz zu anderen großen Studien haben wir Schleswig-Holstein in den Mittelpunkt gestellt. Es ging dabei vor allem um die Frage: Was können wir aus unserer Energieregion noch machen“, erklärte Stefan Sievers. Daher sollten zum Beispiel die Fragen geklärt werden, welche Forschungen vorangetrieben werden müssen und welche Technologien benötigt werden, um den avisierten Zielen näher zu kommen.

In ihren Untersuchungen hatte eine Projektbegleitgruppe diverse Schlüsselfaktoren unter die Lupe genommen und miteinander verknüpft. Dazu gehören die wirtschaftliche Entwicklung, die Politik der Europäischen Union, aber auch zukünftige Wohnformen, Mobilität und technischer Fortschritt. Einen Klimawandel setzten die Autoren der Szenarien als gegeben voraus.

Zuvor hatte egeb-Wirtschaftsförderer Jens Korte kurz in den Themenbereich eingeführt und den Referenten vorgestellt, der der Westküste seit seiner Zeit als Leiter der IHK-Geschäftsstelle Nordfriesland verbunden ist. Die EKSH unterstützt unter anderem Kommunen bei der Umsetzung eines Energie- und Klimaschutzmanagements und betreibt verschiedene Forschungs- und Förderprojekte.