28.09.17

Generation Y: Nur Spaß und keinen Stress?

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Anschaulich erläuterte Karin Fontaine, wie mögliche Konflikte mit der „Generation Y“ beigelegt werden können. (Foto: Kienitz/egeb)

Businessfrühstück im Büsumer mariCUBE / Referentin Karin Fontaine rückt Vorurteile gerade

Büsum, 28.09.2017 – Sie sind nur auf Spaß aus, können sich nicht konzentrieren, sind nicht belastbar und wollen dauernd nur gelobt werden. Mit diesen und weiteren Vorurteilen gegenüber der jüngeren Generation räumte Karin Fontaine gründlich auf. „Angesichts der Digitalisierung und der Globalisierung hat sich die Gesellschaft verändert. Deshalb ticken auch die Jungen anders – und darauf müssen wir uns einstellen“, erläuterte die Chefin des Instituts für angewandte Kommunikation (IKOM), Karin Fontaine, beim Businessfrühstück im Büsumer Wirtschafts- und Wissenschaftspark mariCUBE.

In ihrem lebendigen Vortrag befasste sich die Führungskräftetrainerin mit der so genannten Generation Y, auch Generation Me oder Millennials genannt, also mit jungen Menschen, die etwa zwischen 1980 und 2000 geboren wur-den: „Sie sind bereits mit modernster Technik aufgewachsen und auf die fortschreitende Digitalisierung bestens vorbereitet. Daher können sie fast schon spielerisch die Herausforderungen daraus meistern.“ Nicht zuletzt wegen des Fachkräftemangels, können junge Männer und Frauen bei Bewer-bungsgesprächen selbstbewusst auftreten. „Bereits bei der Bewerbung werden Fragen wie Work-Life-Balance und auch Wünsche offen angesprochen. Das hätten wir uns früher sicher nicht getraut, aber diese Wünsche hat es immer schon gegeben“, stellte Karin Fontaine klar.

Vorgesetzte müssen sich demzufolge auch verstärkt darauf einstellen, dass immer häufiger ein Feedback eingefordert wird und bei Anweisungen eine Erläuterung gewünscht wird. „Wer heute allzu autoritär auftritt, muss in Kauf nehmen, dass es in seiner Firma oder Abteilung zu einer hohen Fluktuation kommt. So etwas spricht sich schließlich herum. Und niemand wird dorthin gehen, wo der Mitarbeiter nicht geachtet wird“, warnte die Trainerin.

Auf der Suche nach gutem Fachpersonal müssen sich die Unternehmen heute viel mehr als früher damit befassen, was sie als Arbeitgeber attraktiv macht, wofür die Firma steht und wie der Umgang mit den Mitarbeitern aus-sieht. Karin Fontaine sprach sich jedoch gegen Großraumbüros oder oder „Co-Working-Spaces“ aus, auch wenn sie zurzeit als „hip“ gelten. Auch die Vorbilder aus der IT-Branche sieht sie in den meisten Fällen als nicht geeignet an. Immerhin gebe es in einigen großen Unternehmen, die in diesem Be-reich „tolle Produkte“ herstellten, eine erhebliche Fluktuation. Auch finanzielle Anreize allein und eine unüberlegte „Bespaßung“ des Personals seien keine Garantie für zufriedene Mitarbeiter. „Sie müssen einfach nur gut führen“, brachte die Referentin ihr Anliegen abschließend auf den Punkt.

Zuvor hatte Stefan Schüning, Prokurist im mariCUBE und im Meldorfer CAT, die Zuhörer begrüßt und auf die weiteren Veranstaltungen in den Dithmarscher Existenzgründerzentren hingewiesen.