24.07.17

Startbahn: Existenzgründung im zehnten Jahr

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Parkettlegemeister Timm Werner Hansen hat ein Muster zur Besprechung mit Projektleiterin Stefanie Hein ins Meldorfer Centrum für Angewandte Technologien gebracht. (Foto: egeb/Kienitz)

Projekt setzt auf Nachhaltigkeit / 90 Prozent der Gründer auch nach zwei Jahren noch in der Erfolgsspur / Mehr als 650 Arbeitsplätze durch das Startbahn-Projekt in der Region geschaffen

Meldorf, 24.07.2017 – Wenn Timm Werner Hansen über seinen Betrieb in Delve spricht, gerät er ins Schwärmen. Seit der Gründung im Frühjahr 2013 ist es damit stetig aufwärts gegangen, zu Beginn auch ohne festen Kunden-stamm und lediglich mit dem Meisterbrief in der Tasche. Dabei ist der Parkettleger gerade einmal 29 Jahre alt. „Ich habe bereits im Herbst 2012 an einem Gründungscamp im Meldorfer CAT teilgenommen. Dabei habe ich alles noch einmal vertiefen können oder auch neu gelernt, was ich in be-triebswirtschaftlicher Hinsicht zur Gründung meines Meisterbetriebs brauchte“, erläutert der gebürtige Dithmarscher.

Hansen ist ein Beispiel für einen der ca. 1.000 Existenzgründer, die in den vergangenen knapp zehn Jahren das „Camp“ des Startbahn-Projektes erfolgreich absolviert und eine eigene Firma ins Leben gerufen haben. Doch es sind nicht nur Handwerker, die sich für die Selbständigkeit entschieden haben. Ob Pferdeosteopathie oder Musikunterricht, Werbung oder Social Media Management – wer sich für das eigene Unternehmen entscheidet und sich nicht in einem festen Anstellungsverhältnis befindet, lernt im jährlich mehrfach durchgeführten Gründungscamp die Grundlagen der Unternehmensführung.

„Wir setzen dabei vor allem auf eine gute Vorbereitung in der Vorgründungsphase, was sich deutlich auf die Nachhaltigkeit auswirkt. Uns ist es wichtig, dass die Existenzgründer auch nach Jahren noch erfolgreich am Markt sind“, beschreibt Projektleiterin Stefanie Hein das Konzept von „Startbahn: Existenzgründung“. Tatsächlich sind nach einer unabhängigen, vom Land in Auftrag gegebenen Untersuchung mehr als 90 Prozent der Menschen, die das Gründungscamp durchlaufen haben, auch zwei Jahre danach noch selbstän-dig.

Dabei erinnert sie sich gern an die vielen Gründer, die sie von Beginn an betreut hat und die heute ein erfolgreiches Unternehmen führen. Darunter befinden sich sehr viele unterschiedliche Branchen und Unternehmen, von gastronomischen Betrieben, über Handwerks-, Produktions- und Dienstleistungs-unternehmen bis hin zu Tierarzt- oder zahnmedizinischen Praxen. In vielen Fällen arbeiten die einstigen Existenzgründer nicht mehr allein, sondern haben Mitarbeiter eingestellt. Das plant auch Parklettlegemeister Timm Werner Hansen in diesem Sommer, der einen Auszubildenden aus der Region einstellt.

„Insgesamt sind allein in unserer Region auf diese Weise mehr als 650 Arbeitsplätze durch das Startbahn-Projekt entstanden. Damit sorgen die Existenzgründer auch für einen Teil der wirtschaftlichen Zukunftssicherung in unserem Kreis“, erläutert Stefanie Hein, die das Projekt seit dem Start im Jahr 2008 leitet. „Dabei hat sich gezeigt, dass Existenzgründungen auch mittel- und langfristig als Jobmotoren in der Region funktionieren. Dazu werden im Projekt: Startbahn die Voraussetzungen geschaffen“, ergänzt Martina Hummel-Manzau, Geschäftsführerin der egeb: Wirtschaftsförderung.

„Startbahn“ gibt es nicht nur in Dithmarschen, sondern darüber hinaus auch in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Steinburg, Segeberg und Pinneberg. Damit ist es das größte aus dem Landesprogramm Arbeit mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderte Existenzgründerprojekt in Schleswig-Holstein. Die Federführung und Koordination des Projektes liegt bei der egeb: Wirtschaftsförderung.

Beispiele für erfolgreiche und nachhaltige Existenzgründungen sind im Internet unter http://www.start-bahn.de/gruenderportraits.html zu finden.