04.07.17

Frauen im Fokus des Arbeitsmarktes

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Beraten Frauen, die zurück in den Beruf oder sich beruflich verändern möchten: Astrid Nielsen (li.) und Astrid Gruber. (Foto: egeb/Kienitz)

Chancen abhängig von der Branche deutlich verbessert / Frau & Beruf setzt neue Schwerpunkte in der Beratung / Mehr jüngere Frauen in den Beratungsstellen

Itzehoe/Meldorf, 04.07.2017 – Die anhaltende Nachfrage nach Fachkräften hat den Arbeitsmarkt für Frauen in Dithmarschen und Steinburg deutlich verbessert. „Während wir früher vor allem Berufsrückkehrerinnen nach der Familienphase beraten haben, begleiten wir heute verstärkt auch jüngere Frauen, die nach neuen beruflichen Herausforderungen suchen“, erläutert Astrid Nielsen von der Beratungsstelle Frau & Beruf in Steinburg. Ihre für Dithmarschen zuständige Kollegin Astrid Gruber ergänzt: „Erfreulich ist, dass sich auch für Frauen, die wieder arbeiten möchten, nachdem die Kinder schon groß geworden sind, viele Möglichkeiten eröffnen. Nicht selten raten wir auch Endvierzigerinnen zu einer neuen Ausbildung.“

Durch die veränderte Ausgangslage haben sich auch die Beratungsschwer-punkte bei Frau & Beruf verschoben. In Meldorf und Itzehoe stehen daher nicht mehr nur Frauen, die nach der Kindererziehung zurück in den Beruf möchten, im Mittelpunkt. Vielmehr suchen immer mehr Frauen die Beratungsstellen auf, die beruflich am Scheideweg stehen. „Besonders in den vergangenen Monaten haben wir mit vielen Betroffenen gesprochen, die ihren Teilzeitjob in eine Vollzeitstelle umwandeln möchten“, berichtet Astrid Nielsen. Das jedoch ist oft nicht so einfach. In vielen Unternehmen ist eine solche Aufstockung entweder gar nicht möglich oder wird nicht gewollt. „Dann bleibt manchmal nur die Suche nach einem anderen Arbeitgeber. Aber genau diese Entscheidung fällt vielen Frauen sehr schwer, zumal sich nicht alle Ar-beitsplätze in der Region befinden“, so Astrid Gruber.

Einige Frauen nehmen für eine Vollzeitstelle oder auch für eine höhere Bezahlung und bessere Aufstiegschancen einen weiteren Weg in Kauf. Dabei treten dann jedoch neue Probleme auf. Dabei geht es zum Beispiel um die Betreuung von Kindern oder auch um die Mobilität der Frau. Diese Probleme werden bei Frau & Beruf individuell besprochen und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht.

Die Chancen auf eine neue Anstellung oder die Rückkehr in den Beruf hängt jedoch ganz deutlich von der jeweiligen Branche ab. „In der Gesundheits- oder Seniorenpflege und in vielen sozialen Berufen dürfte es eigentlich kaum Schwierigkeiten geben, etwas Passendes zu finden. Doch auch in den Büroberufen sind die Chancen wieder gestiegen“, wissen die beiden Beraterinnen zu berichten. Hinzu kommen Frauen, die eine Marktnische gefunden haben und sich jetzt selbständig machen wollen. Dabei reicht das Spektrum von der Architektin über die Eröffnung eines Blumenladens bis zum Online-Handel mit hochwertigen Textilien und Kosmetikprodukten.

Grundsätzlich sind die Frauen, die die beiden Beratungsstellen aufsuchen im Durchschnitt jünger als noch vor Jahren. Mittlerweile sind 17 Prozent 30 Jahre alt oder jünger, 29 Prozent zwischen 31 und 40 Jahre, 31 Prozent zwischen 41 und 50, während 20 Prozent älter als 50 sind. Hinzugekommen sind auch mehr Frauen mit Kindern, die jedoch noch keine Ausbildung absolviert haben. In diesen Fällen gibt es bereits seit Jahren zumindest theoretisch die Möglichkeit einer Teilzeitausbildung. Oft müssen dazu die Arbeitgeber überzeugt werden, jedoch zeigt auch hier die Tendenz anhaltend nach oben.

Auch Frauen, die den nächsten Karriereschritt planen, nehmen eine Beratung bei Frau & Beruf in Anspruch. Neben der Beratung wird jährlich das Forum „Fit für die Firma“ für Unternehmerinnen und Frauen in Leitungsfunktionen der Region schleswig-holsteinische Unterelbe veranstaltet. In verschiedenen Workshop werden die Teilnehmerinnen von professionellen Coaches für den beruflichen Alltag geschult.

Frau & Beruf

Der Name des Projektes, das die egeb: Wirtschaftsförderung seit mehr als 25 Jahren in Dithmarschen und Steinburg trägt, ist Programm. Dahinter verbergen sich unter anderem 250 umfangreiche Beratungen – und damit auch 250 sehr persönliche Geschichten – pro Jahr. Nach einer Umfrage zeigten sich 90 Prozent der Frauen zufrieden bis sehr zufrieden mit diesem Angebot und empfehlen es daher auch weiter. Gefördert wird Frau & Beruf aus dem Landesprogramm Arbeit durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und das Land Schleswig-Holstein.

Kontakt

Astrid Gruber, Marschstr. 30a (im CAT), 25704 Meldorf, Tel. 04832-996175, E-Mail: gruber(at)frauundberuf-egeb.de

Astrid Nielsen, Viktoriastr. 17, 25524 Itzehoe, Telefon- Nr.: 04821-40302854, E-Mail: nielsen(at)frauundberuf-egeb.de

Die egeb: Wirtschaftsförderung Die egeb: Wirtschaftsförderung wird zu gleichen Anteilen von den Kreisen Dithmarschen und Steinburg sowie der Stadt Brunsbüttel getragen. Zu den Aufgaben der egeb gehören alle innovativen Tätigkeiten, die sich mit der Förderung der re-gionalen Wirtschaft im weitesten Sinne befassen, angefangen bei der Planung und Förderung von Neuansiedlungen bis zur Geschäftsführung von Unternehmen der öffentlichen Hand.