28.06.17

Du oder Sie? Wie wir mit einander kommunizieren - und uns dabei wohl fühlen

Kategorie: Nachrichten, Archiv

Freuten sich über die muntere Diskussion im Publikum: Referentin Sandra Herz (li.) und Projektleiterin Stefanie Hein. (Foto: egeb/Kienitz)

Veranstaltung mit Sandra Herz im Meldorfer CAT / Aufbau eines „Digi-Knigge“ / Plädoyer gegen den „Copy-Wahnsinn“

Meldorf, 28.06.201 – Du oder Sie? Meistens ist diese Frage im Beruf schnell klar. Doch es gibt Ausnahmen, wie sich beim jüngsten Vortragsnachmittag im Meldorfer Centrum für Angewandte Technologen (CAT) herausstellte. Die Vermischung von privat und beruflich wurde in der Diskussion durchaus als Problem erkannt. Dabei ging es Sandra Herz um die Frage, wie sich Menschen im Alltag bei der Kommunikation wohlfühlen können. Gewürzt mit einer guten Portion Humor zeigte sie die neuesten Trends auf und arbeitete mit dem Publikum an einem „Digi-Knigge“, also an Umgangsregeln innerhalb der neuen Medien.

Zuvor hatte Projektleiterin Stefanie Hein in ihrer Begrüßung auf die Bedeutung der Kommunikation in nahezu jeden Beruf hingewiesen. Einen Faden, den die Referentin gern aufnahm. „Einer Studie zufolge hat bereits jeder siebte Arbeitnehmer in Deutschland innerlich gekündigt, unter anderem weil sie sich bei den Entwicklungen im Unternehmen nicht mehr mitgenommen fühlen. Zu selten wird intern dargestellt, was im Großen und Ganzen unternommen wird“, beschrieb Sandra Herz das Problem. Sie plädierte zudem in der Unternehmenskommunikation für eine einfache Sprache sowie für den verstärkten Einsatz von Infografiken. Zudem sollten nüchterne Fakten wie in der Werbung in Form einer „Story“ verpackt werden.

Sowohl in der Innen-, als auch in der Außendarstellung plädierte die Referentin, die in der kommunikativen Organisationsentwicklung und als Moderatorin in Entwicklungsprozessen arbeitet, für den sinnvollen Einsatz neuen Medien. Facebook, WhatsApp, Instagram oder Twitter – stets gelte die Frage: „Wer mit wem auf welchem Kanal?“ Und auch dabei sind Regeln der Höflichkeit wie zum Beispiel die Vermeidung von zu vielen Abkürzungen, eine freundliche Anrede und korrekte Rechtschreibung zu beachten. Daneben sprach sich die Expertin gegen den „Copy-Wahnsinn“ bei E-Mails aus. Zu häufig würden die Mails als Kopie an einen großen Verteiler verschickt werden. Die Gefahr: Niemand fühlt sich dafür verantwortlich, die möglicherweise wichtige Information abzuspeichern. Außerdem verstopfen allzu viele Mails die Leitungen und Speicherplätze.

Im Hinblick auf die modernen Formen der Kommunikation ist ein Ende der Entwicklung noch nicht in Sicht. Daher wird es nach Ansicht von Sandra Herz immer wichtiger, authentisch, zielgerichtet, transparent und einfach zu kommunizieren. Außerdem machte sie deutlich: „80 Prozent der Führungstätigkeit hat etwas mit Kommunikation zu tun.“ Wer also so kommuniziert, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen, erreicht auch etwas gegen „innere Kündigungen“.