20.06.17

Mit Weiterbildung zu mehr Fachpersonal

Kategorie: Nachrichten, Archiv

André Mewes (re.) von der egeb: Wirtschaftsförderung – hier mit seinem Steinburger Kollegen Jürgen Hansen - erläuterte, wie Weiterbildungsmaßnahmen aus Fördertöpfen des Landes und des Bundes finanziert werden können. (Foto: egeb/Gerckens)

Arbeitswelt verändert sich / egeb-Experte André Mewes gab Tipps zu Förderprogrammen

Itzehoe, 20.06.2017 – „Weiterbildung ist ein wichtiger Faktor zur Rekrutierung und Bindung von Fachkräften.“ Mit diesem Satz brachte André Mewes die Kernaussage seines Vortrags auf den Punkt. Zuvor hatte der Weiterbildungsexperte beim Themennachmittag der egeb: Wirtschaftsförderung in Itzehoe nicht nur den sich stark verändernden Arbeitsmarkt skizziert, sondern auch Fördermöglichkeiten für entsprechende Maßnahmen erläutert. „Wer heute noch qualifizierte Mitarbeiter gewinnen möchte, darf das Thema Weiterbildung auch nach der Ausbildung nicht aus den Augen verlieren“, sagte Mewes.

Auch durch die Diskussionsbeiträge der Teilnehmer wurde deutlich, wie sehr sich die Arbeitswelt verändert. Zum einen scheiden immer mehr Fachkräfte, deren Know-how nicht ersetzt werden kann, aus Altersgründen aus dem Arbeitsleben aus, zum anderen erfordert die zunehmende Digitalisierung neue Qualifikationen. Außerdem folgen die jungen Menschen nicht den gleichen Werten wie ihre Vorgänger. Zunehmend gelten Schlagworte wie „Work life Balance“ oder die Anerkennung durch die eigene Bezugsgruppe zum Beispiel über Facebook. Gleichzeitig gibt es genügend Engpass-Berufe, für die sich nur schwer Nachwuchs finden lässt. Als Beispiele nannte Mewes die Altenpflege, aber auch Heizungsinstallateure.

Vor diesem Hintergrund kommt der Weiterbildung eine besondere Bedeutung zu. Allerdings stehen weder Mitarbeiter noch Unternehmen allein vor dem Problem der Finanzierung. An drei Beispielen erläuterte der egeb-Experte, wie staatliche Zuschüsse zu bekommen sind. Besonders interessant ist dabei das Aufstiegs-Bafög, früher Meister-Bafög, das bis zu 64 Prozent der Kosten für die Weiterbildung übernimmt. Etwa 700 staatlich anerkannte Aufstiegsfortbildungen können in den Genuss des nicht-rückzahlbaren Zuschusses kommen.

Die Bildungsprämie, die alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden kann, gehört ebenfalls zu den Favoriten von André Mewes. Über dieses Programm wird die Teilnahme an individueller beruflicher Weiterbildung außerhalb des Betriebes gefördert. So können bis zu 50 Prozent der Seminargebühren übernommen werden, allerdings nur bis maximal 500 Euro und nur bei einem Einkommen von bis zu 20 000 Euro bei Alleinlebenden.

Als besonders erfolgreich hat sich der Weiterbildungsbonus des Landes Schleswig-Holstein etabliert. Gefördert werden berufliche Weiterbildungs-maßnahmen sowie Fahrerlaubnisse, die im betrieblichen Interesse liegen. Auch hier ist eine Übernahme der Kosten bis zu 50 Prozent möglich.

Bei der Vielzahl der weiteren Förderprogramme behalten jedoch nur die Experten den Überblick. Daher stehen André Mewes und sein Kollege Jürgen Hansen den Unternehmen als Ansprechpartner in den Kreisen Dithmarschen und Steinburg zur Verfügung. „Wir beraten zu allen Fragen der Fachkräftesicherung und Weiterbildung neutral und kostenfrei“, erklärte Mewes abschließend.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.sh.kursportal.info und www.kursnet.arbeitsagentur.de.